Dr. h.c. Ute-Henriette Ohoven,
Präsidentin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Nachsorgekongresses,
liebe Freunde der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung,
der 4. Nachsorgekongress beginnt mit einer kleinen Neuerung. Zahlreiche Teilnehmer des vergangenen Nachsorgekongresses haben sie angeregt, und wir haben sie gerne aufgegriffen: Seit April 2009 führt die Arbeitsgemeinschaft, die verantwortlich für die Durchführung des jährlichen Nachsorgekongresses ist, den Namen
Arbeitsgemeinschaft Teilhabe
Rehabilitation, Nachsorge und Integration nach Schädelhirnverletzung.
In der Beratungsarbeit der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung erleben wir täglich, dass nach Abschluss der stationären Rehabilitation die Teilhabe zu einem zentralen Thema für Menschen mit Schädelhirnverletzung wird. Teilhabe bedeutet, den einzelnen Menschen mit seinen individuellen Stärken und Schwächen, seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen. Er soll nach seinen persönlichen Vorstellungen eigenverantwortlich und selbstständig leben und an der Gesellschaft teilhaben können. Das ist nur möglich, wenn jeder behinderte Mensch genau jene Leistungen erhält, die er oder sie für eine optimale Integration in das berufliche und soziale Leben individuell benötigt, und wenn diese Leistungen auch wohnortnah angeboten werden.
Für Menschen mit Schädelhirnverletzungen ist dies heute häufig nicht realisierbar. Meist werden sie von einem Tag auf den anderen aus ihrem alltäglichen Leben gerissen und müssen das „Leben“ in all seiner Komplexität mühsam wieder erlernen. Über die vielseitigen Einschränkungen und die besondere Problematik, mit denen schädelhirnverletzte Menschen nach der stationären Rehabilitation ihr weiteres Leben bewältigen müssen, scheinen die Entscheider der Politik und die Verantwortlichen der Kostenträger mitunter nicht ausreichend informiert. Ich sehe darin auch eine Bringschuld unserer Arbeitsgemeinschaft und verstehe diesen Kongress als wichtige Möglichkeit, Detailwissen hierüber auszutauschen und zu verbreiten.
Ich bin hoch erfreut, dass die behindertenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen sich in diesem Jahr der Diskussion stellen und ihre Teilnahme an einem Hearing zugesagt haben. Gemeinsam mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 4. Nachsorgekongresses werden in Bonn die Problematik der poststationären NeuroRehabilitation thematisiert und Lösungsvorschläge diskutiert, damit Nachhaltigkeit, Verstetigung und Flexibilität in Zukunft keine leeren Worthülsen bleiben, sondern zu verlässlichen Größen für das Leben von Menschen mit Schädelhirnverletzungen werden.
Ich bin überzeugt, dass unsere gemeinsam vorgetragenen Forderungen die Entscheidungsträger in Berlin erreichen werden und wir durch umfangreiche Informationen über die Möglichkeiten der Teilhabe schädelhirnverletzter Menschen die Situation der Betroffenen kontinuierlich verbessern können.
Dr. h.c. Ute-Henriette Ohoven
Präsidentin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung