Presse 2011

PK: Behinderte im Dschungel der Zuständigkeiten

Zusammenfassung Pressekonferenz 10.03.11:
"Nehmt mir mein Bein ab und gebt mir dafür meinen Kopf zurück"

Statements zur Pressekonferenz:

  • Stefan LENGER, Schädelhirnverletzter in Begleitung von Sabine UNVERHAU, Neuropsychologin, (Statement kurz/Statement lang)
  • Dr. Dr. Paul REUTHER, Facharzt, NeuroTherapie Rhein-Ahr (Statement)
  • Dr. Johannes VÖCKING, ZNS - Hannelore Kohl Stiftung (Statement)

Ferner standen für Fragen zur Verfügung:

  • Jutta LENGER (Mutter von Stefan Lenger),
  • Achim EBERT (Sprecher der AG Teilhabe),
  • Prof. Claus-Werner WALLESCH (BDH-Klinik, Elzach),
  • Dr. Hartwig KULKE (Gesellschaft für Neuropsychologie, GNP

Fakten/Hintergrund: hier

Informationen über die Arbeitsgemeinschaft "Teilhabe, Rehabilitation, Nachsorge und Integration nach Schädelhirnverletzung":


Nehmt mir mein Bein ab und gebt mir dafür meinen Kopf zurück.

Das Schicksal der ARD-Moderatorin Monika Lierhaus hat zu Recht große Aufmerksamkeit erlangt. Sie hatte ein lebensbedrohliches Aneurysma, eine Ausstülpung eines Blutgefäßes im Gehirn. In der Folge des Hirnschadens erlitt sie eine langwierige Behinderung und hat sich mühsam wieder "zurück ins Leben gekämpft".
Ein anderer in der Öffentlichkeit bekannter Fall ist der Sturz des Kandidaten Samuel Koch bei "Wetten das?". Auch er erlitt eine neurologische Behinderung, und es ist bis heute nicht klar, ob er lebenslang gelähmt sein wird oder nicht.

Die Mehrzahl der Menschen mit erworbenem Hirnschaden hingegen genießt nicht so viel Aufmerksamkeit und Unterstützung. Gemeint sind Schädelhirnverletzungen, die in Deutschland jedes Jahr bei 270.000 Menschen durch einen Unfall eintreten - rund die Hälfte im Alter unter 25 Jahren. Bei ihrer Versorgung gibt es eine Kluft zwischen dem, was individuell notwendig ist und den Angeboten des Sozialsysstems.Ursachen sind unter anderem Unfälle im Straßenverkehr, im Haushalt oder bei Spiel und Sport. Alle zwei Minuten erleidet ein Mensch in Deutschland ein solches Trauma. Diese Menschen und auch ihre Angehörigen sind oft lebenslang auf Hilfe angewiesen.

Eigentlich sind die entsprechenden Sozialgesetze in Deutschland ordentlich. Es hapert jedoch an der Umsetzung. Ansprüche von Behinderten, auch solchen mit Schäden am Zentralen Nervensystem (ZNS), werden nach dem neunten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB IX) geregelt. Dies ist jedoch kein "Leistungsgesetz". Das heißt zum einen, dass nicht in jedem Fall gezahlt wird - folglich werden viele Betroffene in die Armutsfalle getrieben. Zum anderen gibt es ein Wirrwarr an Zuständigkeiten, und das für Menschen, deren Möglichkeiten, ihre Rechte einzufordern, ohnehin beeinträchtigt sind. Viele der durchaus vorhandenen Angebote werden somit nicht wahrgenommen. Zu allem Überfluss bringt diese Regelung nicht einmal gesamtwirtschaftliche Vorteile: Durch den Mangel an Koordination geben die verschiedenen Institutionen wie Krankenkassen, Unfall- oder Rentenversicherungen und Träger der Sozial- oder Jugendhilfe sehr viel Geld an falschen Stellen aus.

Für die Behandlung, die Rehabilitation sowie den Ausgleich krankheitsbedingter Nachteile von Menschen mit ZNS-Schäden müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Deshalb veranstaltet die "Arbeitsgemeinschaft Teilhabe" am 10. und 11. März 2011 ihren 5. Nachsorgekongress. Er richtet sich sowohl an die Politik als auch an Betroffene und ihre Angehörigen sowie an Kostenträger und Vertreter der Heil- und Hilfsberufe. Schirmherr des Kongresses ist Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Die Arbeitsgemeinschaft Teilhabe, Rehabilitation, Nachsorge und Integration wird von sieben Verbänden getragen. Die Schirmherrschaft für die AG hat die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung übernommen.



Schriftliche Anfrage an den Bayerischen Landtag zur Versorgungssituation der MeH in Bayern
(vlnr.: Dr. P. Reuther,
H. Lüngen, B. Stamm)

Barbara Stamm,
Landtagspräsidentin a. D., Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern,
Schirmherrin des 13. Nachsorgekongresses

Volker Bouffier
Ministerpräsident des Landes Hessen,
Schirmherr des 12. Nachsorgekongresses

Boris Rhein
Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst

Karl-Josef Laumann,
Staatssekretär
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigten für Pflege
Schirmherr des
11. Nachsorgekongresses

Hermann Gröhe,
Bundesminister für
Gesundheit

Andrea Nahles,
Bundesministerin für
Arbeit und Soziales
Schirmherrin des 10. Nachsorgekongresses

Verena Bentele,
Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen,
Schirmherrin des 9. Nachsorgekongresses

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz,
Schirmherrin des 8. Nachsorgekongresses

Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales,
Schirmherrin des 7. Nachsorgekongresses

Daniel Bahr,
Bundesminister für Gesundheit,
Schirmherr des
6. Nachsorgekongresses

Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen,
Schirmherr des 5. Nachsorgekongresses

Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales,
Schirmherrin des 4. Nachsorgekongresses


Karin Evers-Meyer, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Schirmherrin des 3. Nachsorgekongresses



Helga Kühn-Mengel, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten

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